Warum Du Diene Ziele leichter erreichen kannst! – (nur) durch Ändern der Perspektive

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„I 5 sensi sono ofitiali dell'anima.“ (Die 5 Sinne sind die Minister der Seele)
— Leonardo da Vinci

Menschen reagieren auf dieselben Vorfälle auf unzählbare Weise. Das Ereignis bestimmt nicht unsere Reaktion. Die Art wie unsere Sinne Informationen wahrnehmen und speichern kann oft bestimmen, wie eine Person eine Erfahrung verarbeitet und auf sie reagiert.

Später werden Sie erfahren, wie sensorische Informationen verarbeitet werden, und warum das Wissen darüber, wie man diese sensorischen Informationen verändert Ihnen sofort dabei hilft, positive Veränderungen hervorzurufen. Diese leicht erlernbare und unterhaltsame Übung wird Ihnen helfen den richtigen Kurs zu setzen. Bon voyage.

Zu verstehen, wie wir die Verarbeitung sensorischer Informationen beeinflussen können, kann uns dabei helfen, Ziele des Alltags besser zu erreichen. Sehen wir uns zum Beispiel von Eva B. an. Eva hat es geschafft zu lernen, mit Frau Monster, ihrer Chefin, besser umzugehen. Sie werden Eva und Frau Monster gleich kennenlernen.


Kontrolliere deine innere Balance und lass deine Sinne einen Sinn ergeben

Mit anderen Worten also: Die fünf Sinne (oder Modalitäten) – Sehen (visuell), Hören (auditiv), Berühung (haptisch), Geruch (olfaktorisch) und Geschmack (gustatorisch) – vermitteln Informationen an die „Seele“. Maßgeblich ist es, wie diese sensorischen Informationen von der „Seele“ verarbeitet werden, was uns dazu bringt, die Welt in einer bestimmten Weise zu interpretieren und uns dementsprechend zu verhalten, sodass wir im Idealfall unsere Ziele erreichen.

Die „Seele“ (anima), oder innere Persönlichkeit, kann zu diesem Zweck auf unsere Karte der Welt zurück greifen; eine Sichtweise, ein Grund, oder ein Urteil. 

Während dieses Verarbeitungsprozesses können sensorische Informationen gelöscht, verzerrt oder generalisiert werden. Dies versetzt uns dazu in die Lage unser Leben fröhlich weiter zu leben, ohne dass sich die Sinne überladen. 

Daran ist per se nichts auszusetzen, denn sonst würden unsere Gehirne bombardiert mit zu vielen Informationen die es zu verarbeiten gilt.

So tickt unsere Neurologie; So sind wir gestrickt. Es sind nicht die Sinne die Fehlinformationen geben, sondern das was mit den vermittelten Sinneseindrücken während des Verarbeitungsprozesses geschieht. Goethe sagte: Die Sinne trügen nicht, aber das Urteil trügt.

Die Bedeutung unserer sinnlichen Wahrnehmung zu verstehen und unseren potenziellen Nutzen daraus zu ziehen, kann uns enorm bei unseren täglichen Aufgaben helfen.

Wie? Untersuchen wir doch kurz, wie Zustände wie Wut oder Glück erschaffen werden können. Die Emotion und das Verhalten einer Person kann ein Ergebnis daraus sein, wie sensorische Informationen mental in der Sinneswahrnehmung repräsentiert sind, denn so werden Erfahrungen definiert und repräsentiert. Wenn wir das wissen, können wir vorherbestimmen, wie wir in einer gegebenen Situation reagieren.

Eva B. und Frau Monster alias Frau Chihuahua: Was bedeuten Namen überhaupt?

Wenn wir ein Ereignis erleben sucht unser Gehirn, oder genauer unsere Neurologie, vielleicht nach vergangenen Erfahrungen. Das sichert unser Überleben und hilft uns dabei Fehler nicht zu wiederholen. Obwohl der Kontext einer gegebenen Erfahrung vielleicht ein anderer ist, können Sinneseindrücke für ähnliche Ereignisse abgerufen werden und beeinflussen, wie sich eine Person in der gegenwärtigen Situation verhält. Obwohl dieser Prozess eigentlich dazu gedacht ist uns zu schützen und uns zu helfen, führt diese Reaktion vielleicht zu völlig unangebrachtem und unvorteilhaftem Verhalten. 

Eine meiner Klienten, Eva, hatte früher „ernste und emotional verstörende Erfahrungen“ mit ihrer Chefin. Es wurde so schlimm, dass Eva von ihr nurnoch als Frau Monster sprach anstatt sie bei ihrem Namen zu nennen. Evas Beschreibung ihrer Chefin war so graphisch und präzise, dass man schon fast den Rauch und die Flammen sehen konnte, die aus Frau Monsters Rachen, Nase und Ohren strömten. Man konnte hören wie ihre schrille Stimme einen herunter putzt. Wann immer Eva an ihre Chefin dachte, war es ein thronendes, schattiges Bild. Sie ist dann immer zusammen gezuckt. Ihr Körper wurde angespannt und starr. Sie hat dann die Kritik ihrer Chefin verinnerlicht und sich im Gegenzug dann selbst beschimpft. Aus Evas Perspektive hatte Evas Chefin all ihre menschlichen Qualitäten verloren und erschien ihr lediglich als ein Monster. 

Muss es einen wundern, bei diesen sensorischen Bildern von Frau Monster die in ihr neurologisches System verstrickt wurden, dass Eva sowohl ihr Selbstbewusstsein als auch ihre Motivation verloren hatte, um in ihrer Karriere aufzusteigen?

Dieses negative Bild hatte verheerende Auswirkungen auf Evas Gesundheit. Mein Ziel war es Eva dabei zu helfen, ihre Sichtweise bezüglich ihrer Chefin neu zu gestalten, und so schlug ich ihr eine Übung vor:

„Eva, in den nächsten zwei Wochen, wann immer du über deine Chefin sprichst oder an sie denkst, möchte ich, dass du von ihr als Frau Chihuahua sprichst.“

Eva brach unwillkürlich in Gelächter aus und sagte:“Ich fühle mich jetzt schon besser.“

Das Ziel hier war es, Eva dabei zu helfen zu lernen, wie man negativ besetzte Menschen, Dinge und Erfahrungen umgestalten kann. Nur eine einfache Sache, wie einem vormals erschreckenden Bild einen witzigen Namen zu geben, hilft dem Gehirn anders darüber zu denken. Es hilft dabei, eine Erinnerung neu zu „verschlüsseln“ und zu „vernetzen“.  

In der Folgesitzung beschrieb Eva ein spontanes Zusammentreffen mit ihrer Chefin Frau Chihuahua ein paar Tage zuvor.

Während dies normalerweise ein sehr unangenehmes Zusammentreffen für Eva gewesen wäre, war Eva positiv überrascht, dass sie sich besser gegen sie hat behaupten können. Ihre negativen physischen Symptome waren fast verschwunden. Was zuvor ein negatives Zusammentreffen gewesen wäre war jetzt, so fand Eva positiv überrascht heraus, sehr viel besser zu verkraften!

Seitdem sie ihre Chefin Frau Chihuahua umbenannt hatte, hatten sich Evas andere Sinneswahrnehmung automatisch verändert. 

Für Eva hatte sich Frau Chihuahua automatisch verändert: Sie schien blass, kleiner und weniger überheblich. Ihre Stimme war schüchtern und kaum hörbar im Vergleich zu der von „Frau Monster“ zuvor. „Jetzt ist sie mehr wie die eines Chihuahuas“, scherzte Eva mit einem ironischen Lächeln. 

Eva und ihre Chefin werden vielleicht niemals die besten Freundinnen, aber es gibt gute Anzeichen dafür, dass Eva jetzt besser mit Situationen umgehen kann die ihre Chefin betreffen. 

Versuchen Sie es mal – Stimmen Sie sich auf ihre Sinne ein und lernen Sie, wie diese Sie unterstützen können.

Der folgende Prozess demonstriert, welche Auswirkung ihre Sinneswahrnehmungen auf Ihren Zustand haben können., und wie Sie, durch das Verändern der ursprünglichen Sinneswahrnehmung einer Erfahrung, den gewünschten Zustand besser vorherbestimmen und beeinflussen können. (Übersetzt aus Systemic NLP and NLP New Code, Dilts/DeLozier)

  1. Setzen Sie sich bequem hin. Atmen Sie ein paar mal tief durch. Und entspannen Sie. Erinnern Sie sich an ein angenehmes Erlebnis an das Sie oft denken. Sehen Sie sich selbst in diesem Erlebnis. Stellen Sie es sich lebhaft vor. Wenn Sie fertig sind, versuchen Sie diese Fragen zu beantworten:

  2. Woher wissen Sie, dass es eine gute Erinnerung ist? Woher wissen Sie, dass es keine unangenehme ist? Was sehen, hören und fühlen Sie? Nehmen Sie wahr, wie Ihr Körper darauf reagiert. Sind Sie ruhig oder angespannt?

  3. Jetzt polieren Sie diese Erinnerung noch ein wenig auf. Stellen Sie sich den Raum heller oder dunkler vor. Machen Sie alles was Sie sehen heller, dunkler oder blasser. Verändern Sie die Farben. Vergrößern sie das Bild bis es überlebensgroß ist. Stellen Sie sich vor, wie die Lautstärke aller Klänge lauter wird. Und dann leiser. Spielen Sie eine Melodie im Hintergrund. Bemerken Sie irgendwelche Veränderungen Ihrer Gefühle? In Ihrem Körper? Fühlen Sie sich wärmer? Oder leichter? Wie steht es mit Ihrer Haltung? Was ist mit Ihrem Gesichtsausdruck? Experimentieren Sie auf verschiedene Weise und versuchen Sie zu bestimmen, welche Veränderungen der Stimulationen als „Auslöser“ agieren, indem Sie Ihre Wahrnehmung des Ereignisses auf eine positive Weise verändern.

  4. Nehmen Sie wahr, wie diese positiven Veränderungen Ihre Gefühle und Wahrnehmung beeinflussen. Wenn Sie feststellen, das bestimmte sensorische Kombinationen die Erfahrung noch angenehmer machen, dann können Sie von dieser angenehmen Erfahrung profitieren, indem Sie sich dieses Ereignis auf diese neue Weise in Erinnerung rufen.

  5. Jetzt treten Sie aus diesem Zustand heraus (gehen Sie herum oder schütteln Sie Ihren Körper aus) und denken Sie an ein unangenehmes Ereignis. Woher wussten Sie, dass es ein unangenehmes Erlebnis war und kein angenehmes? Was haben Sie gesehen, gehört und gefühlt? Wenn Sie sich das Erlebnis in Farben vorstellen, machen Sie es schwarz und weiß und lassen Sie es dann so weit zusammen schrumpfen bis Sie es kaum noch sehen. Dann erinnern Sie sich an die Sinneseindrücke der angenehmen Erfahrung die Sie gerade besucht haben, und benutzen Sie die „angenehme“ Sinneswahrnehmung anstatt der unangenehmen.

  6. Vergleichen Sie Ihr aktuelles Gefühl bezüglich des Ereignisses mit der Art wie es vorher war. Haben die angenehmen Sinneseindrücke einen positiven Unterschied gemacht? Ist es ein wenig leichter mit der negativen Erfahrung umzugehen?

So wie bei vielen Übungen hilft es auch hier, sie ein- oder mehrmals zu wiederholen. Selbst wenn es also beim ersten mal nicht klappt, lege ich Ihnen ans Herz das oben genannte in naher Zukunft noch ein paar mal zu wiederholen, damit die neue Wahrnehmung des Ereignisses besser in Ihre Neuralstruktur eingegossen werden kann. 

Dies macht aus der Erinnerung keine „Lüge“ oder etwas vor dem Sie weglaufen müssen. Es verändert lediglich Ihre Wahrnehmung von und ihre Perspektive bezüglich der Situation oder des Ereignisses, damit Sie die gespeicherte Wahrnehmung besser handhaben können. Denken Sie dran, gespeicherte Wahrnehmung ist bereits nur eine subjektive und oft verzerrte Interpretation dessen was tatsächlich geschehen ist, und nichts weiter.

Warum sie also nicht ein wenig zu unserem Vorteil verändern?

Ein letzter Gedanke

Von den Sinnen her kommt erst alle Glaubwürdigkeit, alles gute Gewissen, aller Augenschein der Wahrheit.
— Friedrich Nietzsche

Lehrende Klienten sind begierig darauf, ihren Vorrat an Talenten und Möglichkeiten zu erschließen, von dem sie alle wissen, dass sie ihn haben. Sich mit der Kraft der Sinneswahrnehmung bekannt zu machen und diese Methode einzustudieren, hat sich schon oft als hilfreich erwiesen. Die Übungen sind leicht zu lernen und können alleine gemacht werden.

Sich dessen bewusst zu sein und dann damit zu experimentieren, Sinneseindrücke zu verändern könnte die Dinge für eine Person begünstigen, selbst wenn das Ereignis schon lang zurückliegt und im Gedächnis gespeichert ist. 

In der Tat weisen die Experimente von Dr. Joseph LeDoux, Karim Nade und anderen darauf hin, dass Erinnerungen ,ganz im Gegensatz zu der gängigen Meinung, nicht in Stein gemeißelt sind, und es vielleicht möglich ist, Erinnerungen neu zu formen. Nach LeDoux „wird eine Erinnerung instabil wenn sie empfangen wird, und neue Informationen können an diesem Punkt in die Erinnerung eingearbeitet werden“.

Wie kann Ihnen das helfen? Wie wir bereits erfahren haben, ist es nicht notwendigerweise das Ereignis selbst, welches unsere Reaktionen und Verhalten bestimmt, sondern eher, wie wir das Ereignis wahrnehmen und uns erinnern. Evas Chefin, Frau Monster, verwandelte sich in Frau Chihuahua. Die furchteinflößende, umenschliche und monströse Chefin wurde sanftmütig und menschlich. Diese Namensänderung löste eine Veränderung in Evas Wahrnehmung aus: Ihre Chefin war nicht länger ein feuerspeiendes Monster mit geblähten Nüstern, sondern sank zusammen zu einem sanftmütigen kleinen Zwerg. Eva konnte sich besser in Interaktionen am Arbeitsplatz behaupten. Weil sie dies erreicht hat kann sie dem Mobbing am Arbeitsplatz, welches sie offensichtlich wahrgenommen hatte, besser entgegentreten und sich so besser darauf konzentrieren, ihre Karriereziele zu erreichen, was ganz oben auf ihrer Prioritätenliste steht.

Keine Übung bietet eine Wunderwaffe gegen alle Probleme auf der Straße zum Erfolg. Dennoch befähigt Sie der Gebrauch dieses kleinen Gedankentricks vielleicht dazu, weiter voran zu schreiten. Alles Gute!


Literaturhinweise

  • The Emotional Brain by Joseph LeDoux, Phoenix (1999)

  • The Scientist Magazine, March 2009 Issue, https://www.the-scientist.com/?articles.view/articleNo/27171/title/Manipulating-Memory/

  • Systemic Neuro-Linguistic Programming and NLP New Code by Robert Dilts and Judith DeLozier

  • Tranceformations by Richard Bandler, Copyright 2010 by HarperElement

  • HUFFPOST, 25th May 2011, https://www.huffingtonpost.com/author/joseph-ledoux