Warum solltest du Balance finden? Dein Schlüssel zu Gesundheit, Wohlbefinden und Erfolg (Teil 1)

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Proaktiv Ihr Leben ins Gleichgewicht bringen – im Geiste der Salutogenese!

Psychisches Wohlbefinden kann einen positiven Einfluss auf die physische Gesundheit einer Person haben, indem es den Stress bekämpft und hilft, die Balance im Immunsystem zu bewahren. Psychisches Wohlbefinden kann durch ein stabiles Wohlfühlprogramm gefördert werden: Sie selbst haben die Mittel, Ihre Angelegenheiten zu regeln und ein bedeutungsvolles Leben zu führen! Sie sind der Herr über Ihren Körper und zeigen, von Natur aus, Kampfgeist. Das Schaffen und Aufrechterhalten eines Bewusstseins dessen ist ein wesentlicher Bestandteil davon, einen ausgeglichenen und erfolgreichen Lebensstil zu führen. 

Aber wie können wir das tun? Lassen Sie uns zuerst einen Blick auf die Wissenschaft hinter einigen Methoden werfen. Danach werde ich Ihnen ein paar Tips geben, wie Sie Ihr Leben selbst verbessern und die Mittel nutzen können, die Sie bereits haben.

Durch puren Zufall habe ich von der Konferenz „Salutogenese bei Krebs“ in Hamburg im Juni 2017 erfahren, und sofort hatte ich das starke Bedürfnis, daran teilzunehmen. Zuerst schien es keinen wirklichen logischen Sinn für mich als Business-/Personal-Coach zu ergeben, daran teilzunehmen, da ich nichts mit medizinischer Fürsorge zu tun habe. Tatsächlich war allein der Gedanke an schreckliche Krankheiten wie Krebs beunruhigend. Meine Freunde und Kollegen fanden die Idee dort teilzunehmen eher seltsam, und dass es „nicht ganz mein Thema“ war. Trotzdem war ich unerschütterlich dazu entschlossen, hinzugehen. Ich hatte eine Ahnung, dass die Methoden und der Eifer derer, die erfolgreich gegen den Horror einer solchen Krankheit ankämpften, vielleicht modelliert und angewendet werden konnte, um das eigene Leben zu bereichern. Darüber musste ich nicht lange nachdenken. Ich wusste, es würde bei dieser Konferenz interessante Lektionen zu lernen geben.

Dr. Wolf Bünting begann den „Arbeitskreis Salutogenesis bei Krebs“ im Jahre 2013. Laut Dr Bünting war es die „Bestürzung über das kollektive Leugnen psychosozialer und stressbedingter Einflüsse bei Krebserkrankungen“, was die Gründungsmitglieder dazu veranlasst hatte, die Gruppe ins Leben zu rufen. 

Die Entdeckung der Salutogenese

Der Begriff Salutogenese wurde von Aaron Antonovsky geprägt, Professor für medizinische Soziologie, als Kombination aus dem lateinischen Wort „salus“ (Gesundheit) und dem griechischen „genesis“ (Ursprung).

Der Geist dieses Konzepts liegt darin, dass der Fokus der Gesundheitsfürsorge auch auf Faktoren gelegt werden sollte, die Gesundheit und Wohlbefinden unterstützen, anstatt nur auf die Ursachen einer Krankheit.

Das salutogenische Modell besagt, dass diejenigen, die sich eine mentale und emotionale Gesundheit bewahren, nicht gefährlich von Stress beeinträchtigt werden. Wir können alle unmittelbar unsere Ressourcen nutzen um Methoden anzuwenden, die uns helfen, gegen eine ganze Reihe von Stressfaktoren anzukämpfen.

Die bedeutende Rolle, die langfristig psychosozialer Stress bei der Auslösung von Krebs spielt, wurde während der Präsentation von Dr. Christian Schubert mehr als deutlich. Dr. Schubert, ein bekannter Forscher und psychosomatischer Therapeut an der Universität Innsbruck, erörterte die Rolle, die langfristiger psychosozialer Stress in der Auslösung von Krebs spielt. Er erklärte, dass Stressfaktoren zur Ausschüttung der Hormone Adrenalin und Cortisol führen kann, welche den Körper auf die Kampf-oder-Flucht-Reaktion vorbereiten. Die Ausschüttung dieser Hormone kann die Produktion und Weiterbeförderung von Immunzellen verhindern. 

Wenn dies unablässlich geschieht - ohne jegliche ausgleichenden Einflüsse - nimmt die Aktivität des Immunsystems ab, was zu einem Ungleichgewicht des Immunsystems führen kann. Genau dieses destruktive Szenario kann Entzündungen verursachen. Dieses Szenario wird auch mit Anfälligkeit für Allergien und Infektionen, Kreislauferkrankungen und dem Wachsen von Tumoren in Verbindung gebracht. Studien haben gezeigt, dass das autonome Nervensystem eine eins-zu-eins-Verbindung mit dem Immunsystem hat. Das bedeutet: Wenn wir Stress erfahren, erreicht die autonome Nervenaktivität die Immunzellen und kann aufgrund dessen ihre schützenden Eigenschaften verändern.

Wie eine „Wohlfühlhaltung“ helfen kann

Eine Möglichkeit, dieses Ungleichgewicht auszugleichen und das Immunsystem ins Gleichgewicht zu bringen ist, eine „Wohlfühlhaltung“ zu erzeugen. Eine Wohlfühlhaltung ist eine Einstellung in welcher wir dazu in der Lage sind, unsere positiven Gedanken und Gefühle unser Denken und Handeln bestimmen lassen. Die Wohlfühlhaltung funktioniert als Puffer gegen negative Stressfaktoren, denen wir im täglichen Leben begegnen und kann sie neutralisieren. Darüber hinaus unterstützt sie psychologisch ein gesundes Immunsystem.

Dr. Schubert erörterte ebenfalls ein Forschungsprojekt an der Universität Innsbruck (welches sich in seinem 14. Jahr befindet), welches die potenziellen positiven Effekte misst, die positive psychologische Einflüsse auf immunologische Prozesse haben können. Positive psychologische Faktoren schließen viele Stress reduzierende Faktoren ein, wie z.B. Achtsamkeit, Meditation und das Schaffen einer Wohfühlhaltung. 

Lernen von einem Überlebenden

1998 wurde bei Herrn O. im Alter von 63 Jahren Prostatakrebs diagnostiziert. Der selbständige Architekt lebt nun glücklich mit seiner Frau im Ruhestand. Herr O. teilte seine Erfahrungen auf dem Weg zur Genesung mit den Zuhörern der Konferenz. Nachdem er die Krebsdiagnose bekommen hatte, war er in sein Auto gestiegen, nach Hause gefahren und hatte gerufen: „Du wirst mich nicht kriegen! Nicht dieses mal!“ Was folgte, war ein Rückzug des Krebses ohne irgendeinen wesentlichen medizinischen Eingriff.

Was war geschehen? Er änderte seine Lebensweise. Gleich nach dem Aufwachen meditiert er ungefähr eine halbe Stunde lang, dann unternimmt er einen zügigen Spaziergang „an der frischen Luft!“. Während er seine Übungen macht, fängt er auch an zu singen, was automatisch seine Laune steigert. Er achtet darauf, dass er jeden Tag Tai Chi macht und nimmt an „spirituell erfüllenden Aktivitäten“ teil - zusammen mit seiner Frau.

Herr O. nimmt regelmäßig an anderen belebenden und mental erfüllenden Aktivitäten teil:

  • Einmal pro Jahr macht er eine Ayurveda-Behandlung in Deutschland. Nach dieser mehrtägigen Behandlung wird sein PSA-Spiegel gemessen und es ist stets auf dem niedrigsten Level. (PSA ist eine Substanz, die von der Prostata produziert wird, und ein erhöhter Spiegel kann auf Krebs hinweisen.)

  • Er hat eine Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen, an der er auch aktiv teilnimmt. Er glaubt, dass sie einen enormen therapeutischen und „spirituell unterstützenden“ Wert besitzt. Die Gruppe ermöglicht über Dinge zu sprechen, die sonst nirgendwo besprochen werden, „nicht einmal mit den Ärzten“.

  • Wöchentlich unterzieht er sich einer Feldenkrais-Therapie. (Die Feldenkrais-Methode ist eine Geist–Körper-Therapie, entwickelt von Moshé Feldenkrais, die sich darum bemüht, Netzwerke zwischen Hirn und Körper umzustrukturieren, um so die körperliche Beweglichkeit und den psychologischen Zustand zu verbessern.)

  • Er nimmt täglich Selen und Vitamin C und D.

  • In den letzten 20 Jahren haben er und seine Frau gemeinsam „spirituelle Arbeit“ geleistet.

Herr O. betonte enthusiastisch, wie unterstützendend es für ihn und seine Frau gewesen ist, gemeinsam mit Musik und Kunst als Form einer Therapie anzufangen. Er nimmt einmal wöchentlich Schlagzeugunterricht, seine Frau und er wurden ziemlich produktive Künstler. Vor einigen Jahren haben sie eine Reihe Engel-Marionetten gemacht, die in Kirchen und an anderen öffentlichen Orten rund um Hamburg aufgehängt wurden.

Der rüstige 82-Jährige schloss seine Präsentation ab, indem er leidenschaftlich unterstrich, dass für ihn die Kunst „eine Gelegenheit bietet, zu spielen!“ — „Als Kind konnte ich nie wirklich spielen,“ klagte er. Mit jedem Wort das er sprach wurde klar, dass Herr O sein Leben in vollen Zügen genießt. Als letzter Schliff zu seiner inspirierenden Rede strahlte Herr O: „Inzwischen kann ich spielen. Und es macht SPASS!“


In Teil 2 …

Im 2. Teil werden wir genauer analysieren, was Herr O. unternommen hat, und warum das zum Erfolg geführt haben kann. Sie werden auch eine „Spaßübung“ lernen, die Sie gleich anwenden können um ihre Wohlfühlhaltung einzunehmen.

Nur noch eine Sache: Vielleicht finden Sie Zeit über diese Fragen nachzudenken und sie zu beantworten, ehe Sie Teil 2 erreichen: Warum haben vielleicht die Gewohnheiten und die Lebensweise des Überlebenden ein Erfolgspotenzial geboten und, was, das Sie nicht bereits tun, können Sie machen, um Ihrer Wohlfühlhaltung Leben einzuhauchen? Tip: Notieren Sie fix Ihre Antworten in ein paar kurzen Notizen, damit Sie sich besser daran erinnern.

Teil 2 erscheint Ende Februar. Bis bald!